Die Schlacht von Bir Hakeim

Ende Mai bildet die Erste Brigade der Freien Französischen Streitkräfte die Südfront der 8. Britischen Armee in Libyen gegen die deutsch-italienischen Achsenstreitkräfte. Dieser Stellung an der äußersten linken Front kommt erhebliche Bedeutung zu, denn sie kann eine südliche Einkreisung der alliierten Streitkräfte verhindern, die sich in ungeordnetem Rückzug befinden, nachdem infolge der Niederlage und des Falls von Tobruk den deutschen Panzern der Weg nach Kairo offen steht.

 

Am 27. Mai 1942 leistet die Stellung von Bir Hakeim dem bis ins Innere des Stützpunkts vorgetragenen Angriff der italienischen Panzerdivision „Ariete“ erbitterten Widerstand. Der Feind wird zurückgeschlagen und lässt vierzig Panzer auf dem Schlachtfeld zurück.

 

Vom 1. bis 10. Juni wird die von immer neuen Angriffswellen attackierte Stellung von zahlenmäßig erdrückend überlegenen deutschen und italienischen Streitkräften vollständig eingekreist. General Rommel setzt alles daran, diesen Riegel zu sprengen. Der Befehlshaber der französischen Brigade, General Koenig, beantwortet die ultimative Aufforderung zur Kapitulation mit den Worten: „Nicht uns zu ergeben sind wir hier.“

 

Trotz heftigsten Artilleriebeschusses und ständiger Bombardierung aus der Luft schlägt die Brigade sämtliche Angriffe ab, gibt keinen Zoll Boden preis und fügt dem Feind hohe Verluste zu. In der Nacht gelingt es den Freiwilligen der Nachschubtruppe in einem unglaublich kühnen Unternehmen, eine Fahrzeugkolonne von dreißig Lastwagen in die Stellung zu schleusen. Doch am 10. Juni sind die Wasser-, Lebensmittel- und Munitionsvorräte praktisch erschöpft. Die Garnison erhält vom Kommandeur der 8. Britischen Armee den Befehl zum Rückzug. In der Nacht vom 10. zum 11. erzwingt sie sich einen Weg durch die feindlichen Linien und Minenfelder und evakuiert die Verwundeten und das noch funktionsfähige Material.

 

Mit ihrem anhaltenden Widerstand in völlig aussichtsloser Lage, der in aller Munde ist, ermöglichte es die Erste Freie Französische Brigade der 8. Britischen Armee, sich abzusetzen, so dass sie Zeit hat, in El Alamein die Lage wieder zu stabilisieren. Damit flößte sie den damals unter der deutschen Unterdrückung schmachtenden Franzosen neues Selbstvertrauen und neue Siegesgewissheit ein. Die Kämpfer des Untergrundwiderstandes in Frankreich unter Jean Moulin und Christian Pineau schließen sich mit dem Freien Frankreich zu einem einzigen Kämpfenden Frankreich zusammen.

 

Am Ort der Kämpfe wurde „zur Erinnerung“ ein Gefallenenfriedhof errichtet. Er ist von El Adem aus über eine von Lothringer Kreuzen gesäumte Piste zu erreichen.

 

Wegen seiner einzigartigen Lage wurden die Leichen der 182 in der Schlacht Gefallenen hierhin überführt; desgleichen ruhen hier auch die vier ersten, am 21. Januar 1941 in der Cyrenaika gefallenen französischen Soldaten sowie die sechs Gefallenen der von General Leclerc geführten Operation von Al Kufra.