Chronologie der deutsch-französischen Beziehungen (1958 bis 1963)

Chronologie der deutsch-französischen Beziehungen zur Zeit des Generals de Gaulle und des Kanzlers Adenauer (1958-1963)

 

1958

 

14. und 15. September

Erste Zusammenkunft zwischen de Gaulle und Adenauer in Colombey-les-deux-Eglises. Der Kanzler wird als einziger ausländischer Regierungschef in La Boisserie, der Privatresidenz de Generals, genächtigt haben.

26. November

De Gaulle kommt zu einer weiteren Unterredung mit Adenauer nach Bad Kreuznach: er gewährt seine Unterstützung angesichts Chruschtschow’s Drohungen gegen Berlin.

 

1959

 

25. März

Auf einer Pressekonferenz betont General de Gaulle, dass die Wiedervereinigung das „normale Schicksal des deutschen Volkes“ ist.

10. Juni

Unterredung zwischen General de Gaulle und Willy Brandt, Bürgermeister von Berlin, im Elysée-Palast, mitten in der Wiederaufnahme der Konferenzsitzungen der Vier Mächte in Genf bezüglich des Friedensvertrags mit Deutschland und der Berlinfrage.

1. und 2. Dezember

Staatsbesuch des Kanzlers Adenauer in Paris zur Vorbereitung des Gipfeltreffens der Vier Mächte in Paris, im Mai 1960

 

1960

 

29. und 30. Juli

Nachdem das Gipfeltreffen der europäischen Regierungschefs im Mai 1960 gescheitert war, lädt de Gaulle Adenauer nach Rambouillet ein: sie entwerfen die groben Projekte der Neuorganisierung Europas und der Nato.

 

1961

 

20. Mai

General de Gaulle besucht Kanzler Adenauer in Bonn, um die europäische Gipfelkonferenz vom 18. Juli (Fouchet-Kommission) vorzubereiten. Mittagessen in Rhöndorf (Privatresidenz des Kanzlers).

20. bis 23. Juni

Staatsbesuch des Bundespräsidenten, Heinrich Lübke in Paris.

13. August

Bauder Berliner Mauer

 

1962

 

15. Februar

Gespräche über den Gemeinsamen Markt und die internationale Politik

zwischen de Gaulle und Adenauer in Baden-Baden.

15. Mai

Nachdem der Fouchet-Plan am 17. April gescheitert war, benutzt der General in einer Pressekonferenz den Ausdruck „Europa der Nationen“.

2. Juni

Gespräch über den Fouchet-Plan zwischen de Gaulle und Adenauer im Elysée-Palast.

2. bis 8. Juli

Staatsbesuch des Kanzlers Adenauer in Frankreich: nachdem die beiden Männer einer Parade der deutsch-französischen Truppen beiwohnten, nehmen sie am 8. Juli gemeinsam an einer Messe in der Kathedrale in Reims teil.

4. bis 9. September

Staatsbesuch des Präsidenten de Gaulle in der BRD zu zahlreichen Gesprächen mit dem Kanzler und Begegnungen mit dem deutschen Volk. Anlässlich dieser Begegnungen rühmt er die deutsch-französische Zusammenarbeit. Dabei wendet er sich unter anderem an die Offiziersschüler der Bundeswehr in Hamburg und die deutsche Jugend in Ludwigsburg.

 

1963

 

22. Januar

De Gaulle und Adenauer unterzeichnen den „Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit zwischen der französischen Republik und der BRD, auch Elysée-Vertrag genannt. In einer „gemeinsamen Erklärung“, die dem Vertrag beiliegt, bestätigen sie ihre Überzeugung, dass „die Versöhnung des deutschen Volkes mit dem französischen Volk, die einer jahrhundertelangen Rivalität ein Ende setzt, ein historisches Ereignis darstellt, das die Beziehungen zwischen den beiden Völkern grundlegend verändert.“

16. Mai

Ratifizierung des deutsch-französischen Vertrags durch den Bundestag mit einem Vorwort, das dessen Tragweite beschränkt.

13. Juni

Ratifizierung des Vertrags durch die französische Nationalversammlung.

4. und 5. Juli

Erste Zusammenkunft bezüglich eines institutionellen Anliegens zwischen de Gaulle und Adenauer in Bonn: Gründung des deutsch-französischen Jugendwerks (dfjw).

21. und 22. September

Treffen in Rambouillet. Adenauer besteht darauf, sich persönlich von General de Gaulle zu verabschieden, bevor er das Kanzleramt verlässt.

11. Oktober

Abtritt Konrad Adenauers, dem am 16. Oktober Ludwig Erhard folgt.