27. Mai 1958 - Kommuniqué

Die Regierung Pflimlin konnte weder in Algerien, noch im Mutterland die Autorität des Staates wiederherstellen. Korsika hat sich der Bewegung von Algier angeschlossen. In Paris wird ein militärischer Staatsstreich mit eingeflogenen Luftlandetruppen befürchtet. Guy Mollet, seit dem 15. Mai stellvertretender Ministerpräsident, hat sich am 25. Mai brieflich an General de Gaulle gewandt, mit dem Pierre Pflimlin am Abend des 26. zusammentraf. General de Gaulle äußert sich zum dritten Mal seit den Ereignissen vom 13. Mai öffentlich.

Ich habe gestern den regelrechten Prozess eingeleitet, der notwendig ist für die Errichtung einer republikanischen Regierung, welche die Einheit und Unabhängigkeit des Landes gewährleisten kann.

Ich denke, dass sich dieser Prozess fortsetzen wird und das Land durch Ruhe und Würde zum Ausdruck bringt, dass es seinen erfolgreichen Abschluss wünscht.

Unter diesen Umständen hätte jedes Vorgehen, von welcher Seite auch immer, das die öffentliche Ordnung in Frage stellt, schwere Konsequenzen. Bei aller Würdigung der Umstände kann ich es keineswegs billigen.

Ich erwarte von den in Algerien befindlichen Land-, See- und Luftstreitkräften beispielhaftes Verhalten unter dem Oberbefehl ihrer Befehlshaber General Salan, Admiral Auboyneau und General Jouhaud. Diesen Kommandeuren spreche ich mein Vertrauen aus und gebe meine Absicht kund, unverzüglich mit ihnen Kontakt aufzunehmen.